START IN DEN LAUFSPORT

Laufen verkörpert den Begriff „Bewegung“, gewiss mehr als jede andere sportliche Tätigkeit und ist häufig die Voraussetzung für andere Sportarten oder Mannschaftssport.

Zum Laufen braucht es nur ein gutes Paar Schuhe, Zeit und Lust – es werden keine mechanischen Mittel oder Geräte benötigt, kein Schwimmbecken, nichts.

Wenn ein Mensch gesund ist, keine Probleme des Bewegungsapparates hat, sind die ersten Schritte zum Laufen nur eine Frage der Motivation und der Zeit zur Anpassung des Körpers.

Im Ablauf der menschlichen Bewegungen, kann man das Laufen als «motorisches Grundschema» klassifizieren, als ob unser Körper zum Laufen bereits angelegt ist. Bei Kindern wird es offensichtlich, nach der ersten Phase auf allen Vieren und den ersten Schritten, ist das Laufen etwas ganz Selbstverständliches und Spielerisches.

Eine Stufe höher als die Grundvoraussetzung, kommen die motorischen Fähigkeiten, bei denen jede einzelne Bewegung, oder Bewegungsablauf, perfektioniert wird. Hier kommt die Technik ins Spiel und die Wiederholung der Gesten, um den Bewegungsablauf zu verbessern und optimieren. Zusammenfassend, um mit dem Laufen zu beginnen haben wir alle Voraussetzungen, erst in einer zweiten Phase kommen unsere motorischen Fähigkeiten dazu.

Das Laufen ist zwar in der Natur des Menschen, wer sich allerdings dieser Technik, als Sport widmet, sollte einige Vorkehrungen treffen, um die Ergebnisse zu optimieren und Verletzungen zu vermeiden.

Zu Beginn erscheint das Laufen oft derart wohltuend und befriedigend, dass man Gefahr läuft, zu übertreiben und dem Körper nicht genug Zeit zur Anpassung lässt. Sehnen und Gelenke brauchen eine länger Gewöhnungszeit als Muskeln und Lunge und, um Beschwerden, wie Sehnenentzündungen oder Gelenksüberlastungen zu vermeiden, sollte man das Training langsam angehen.

Hier ein paar praktische Ratschläge für einen einfachen und sicheren Start in den Laufsport:

. Stets mit mindestens 15 min schnellem Gehen beginnen; dann einige kurze Sprints (1 min), mit schnellem Gehen (2 min) abwechseln, während insgesamt 30-40 min.

. Im ersten Monat, 2-mal pro Woche laufen, danach 3-mal. Niemals versuchen an aufeinander folgenden Tagen zu laufen, sondern das Training immer mit einem Ruhetag abwechseln.

. Zu Beginn versuchen, eher die Dauer des Trainings, als die Intensität zu erhöhen.

. In den Trainingseinheiten, stets kurze Beschleunigungen, über einige Dutzend Metern, mit höherer Geschwindigkeit einlegen, statt diese während dem ganzen Training einzuhalten.

. Mindestens 20 min pro Woche Stärkungs- und Lauftechnikübungen ausführen, wie Skipping, Hopserlauf, Gangarten, Kniebeugen, Ausfallschritte, allgemeine Gleichgewichtsübungen und solche zur eigenen Körperwahrnehmung. Diese helfen das Gleichgewicht zwischen Haltung und Bewegungsapparat wiederherzustellen.

. Am Ende des Trainings stets Dehnungsübungen der unteren Gliedmassen und der Wirbelsäule durchführen.

Laufen ist etwas Wunderbares – in kurzer Zeit erhöht sich unser Wohlbefinden und es bringt uns allgemein in Form. Die Atmung verbessert sich, man schläft besser und ist, dank den, durch die Anstrengung, vom Körper ausgeschütteten Endorphine, gut gelaunt. Zusätzlich positiv ist, dass es auch bei der Kontrolle unseres Körpergewichtes hilft.

Wir brauchen also nur noch die Laufschuhe anziehen und das Abenteuer kann losgehen.

Giuliano Conconi